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Folge 36/2002, Bremen, den 19.06.2002               Immer noch sehenswert: 'Linie 1'

Reste (1)
 

        
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Klein Mexiko ist in der Neustadt angekommen. Vorweg ist zu sagen, dass ich von der Atmosphäre in den Straßen angetan bin, die ich durchwandert habe. Dort ist es ruhig und belebt zugleich. Der Verkehr stört mich nicht sehr.

 
Erfreut bin ich darüber, dass etliche kleine Ladenlokale in alten Häusern nicht in Wohnungen umgewandelt, sondern mit neuem, oft eigenwilligem Leben erfüllt worden sind.

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Ecke Osterstr./Rückertstr.: Alte Firmenreklame

Ecke Osterstr./Rückertstr.: Alte Firmenreklame



Ecke Pappelstraße/ Delmestraße: 'alte' Telefonzellen in Neojugendstil eingefaßt
Ecke Pappelstraße/ Delmestraße: 'alte' Telefonzellen in Neojugendstil eingefaßt./

At the corner of Pappel Road and Delme Road in Bremen - 'old' phone booths cased with a neo art nouveau cage

vgl. auch: Telefonkabinen im alten Postamt Meyerstraße

also see: Phone cabins in a former post office in the Meyer Road in Bremen

Ecke Pappelstraße/ Friedrich-Wilhelmstraße: Der Inhalt heutiger Leuchtreklame verschwindet meistens spurlos

Ecke Pappelstraße/ Friedrich-Wilhelmstraße: Der Inhalt heutiger Leuchtreklame verschwindet meistens spurlos.

Ecke Lahnstraße/Moselstraße: Ohne Worte

Ecke Lahnstraße/Moselstraße: Ohne Worte
 
Der erste Blickfang findet sich an der Ecke Osterstraße/ Rückertstraße. Über einem Eingang, der jetzt in ein leerstehendes Ladenlokal führt, finde ich eine alte, auf die Wand gemalte Reklame: STAGRO (T)extil- und Bekleidungs(-)Großhandel. Heute würde eine solche Firma vermutlich mit einer Leuchtreklame auf sich aufmerksam machen (die Anfänge der Lichtreklame in Bremen liegen in den 20ger Jahren, in Deutschland tauchte die erste Lichtreklame wohl um die Jahrhundertwende auf). Mein Blick ist eingestimmt auf Reste vergangenen Lebens und Treibens in der gegenwärtigen Zeit.

An der Ecke Pappelstraße/ Delmestraße stoße ich auf ein Kuriosum. Gelbe Telefonzellen, die inzwischen auch schon eine Rarität sind, haben in einem schmiedeeisernen Käfig 'überlebt'. Dieser Käfig erinnert ein wenig an eine Straßenbedürfnisanstalt aus der Jugendstilzeit, ist aber nach Auskunft eines Passanten etwa erst zehn Jahre alt. Über jeder der drei Zellen befindet sich ein pyramidenförmiges Gestänge, das von einem Fähnchen gekrönt ist. Die Fähnchen lassen den Schriftzug 'Notruf' oder einen stilisierten Telefonhörer erkennen. Das Aussehen der Telefonhörer verweist ebenfalls darauf, dass der Käfig in den letzten zehn oder zwanzig Jahren errichtet wurde. Würde man dort moderne Telefonsäulen statt der vorhandenen Zellen installieren, wäre die Einheit des Ensembles zerstört. Dieses Zerstörungswerk wagt offensichtlich heute noch niemand. So bewahrt ein (noch) herrschender Konsens über den 'ästhetischen Wert' dieser Zusammenstellung diese vermutlich 'unprofitablen' technische Jungaltertümer aus der Zeit vor dem Mobiltelefon davor abgerissen zu werden.

An der Ecke Pappelstraße/ Friedrich-Wilhelmstraße steht ein Ladenlokal leer. Eine Leuchtreklame verrät, dass hier einmal ein Videoverleih war. Oberhalb der Leuchreklame sehe ich Bohrlöcher, die von einer demontierten (Leucht-)Reklame herühren. Hier ist nur zu sehen, dass einmal etwas da war. Anhaltspunkte für den Inhalt der Reklame gibt es nicht mehr.

Trotz schöner Umrahmung hat eine Tür in einem Haus an der Ecke Lahnstraße/Moselstraße nicht 'überlebt'. Sie wurde zugemauert, vermutlich weil das Ladenlokal, zu dem sie wohl einst gehörte, in eine (besser vermietbare) Wohnung umgewandelt wurde. Geblieben sind lediglich die Stufen, die zu ihr hinaufführten und ein imposantes steineres Ornament, das einst ihren 'Kopf' krönte. Doch auch dieses architektonische Rudiment bietet noch Platz für Geschäftstüchtigkeit: Ein Zigarettenautomat ziert die kahle Wand. Die Verfärbungen an der Mauer lassen ahnen, dass Zigarettenautomaten hier schon 'in der zweiten Generation wohnen'.


vgl. auch Linie 1 Pappelstr.

Reste (2)

Reste (3)

Reste (4)

Reste (5)

Reste (6)

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Sonntag, den 23.06.2002


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